Gut gelaunt startete das Pastoralteam am Dienstag, 10. September seinen Ausflug. Als die Mannschaft, in unserem Fall zwar eher die Frauschaft komplett war, fuhr uns der Chauffeur an die erste Station des Tages: „Das Haus der Gastfreundschaft Sünnehügel“ in Schüpfheim.

Nach einem meditativen Einstieg wurde uns das Projekt Sunnehügel vorgestellt.

Im Sunnehügel lebt eine kleine Gemeinschaft von Frauen und Männern, zum Teil verheiratet und mit Kindern, zum Teil alleinstehend oder zölibatär lebend. Diese Gemeinschaft führt die franziskanische Tradition des ehemaligen Kapuzinerklosters in einer offenen Spiritualität weiter. Im neu renovierten Kloster werden Gäste beherbergt, welche im Rahmen einer Auszeit oder Neuorientierung vorübergehend das Leben der Gemeinschaft teilen möchten. Dabei sind ausdrücklich auch Menschen in Krisen willkommen. Ein einfacher Lebensstil hilft, den Blick auf das Wesentliche und Lebensfördernde zu richten. Zwei Mal täglich hält die Gemeinschaft ein schlichtes, auf Stille ausgerichtetes Gebet. Diese Gebetsform richtet sich bewusst auch an kirchenferne Menschen und an solche, welche ihre eigene Form des Glaubens und Betens suchen. Verschiedene Aspekte machen den Sunnehügel einzigartig. Die Einbettung der Gäste in die Gemeinschaft ist im Sunnehügel zeitlich wie räumlich konsequent umgesetzt. So verzichtet die Gemeinschaft sowohl auf gästefreie Zeiten als auch auf einen der Kerngemeinschaft vorbehaltenen Gebäudeteil. Ebenfalls einzigartig ist die Möglichkeit, in einer akuten Krise oder mit psychischer Beeinträchtigung über mehrere Wochen oder Monate in der Gemeinschaft mitzuleben. Somit ergänzt der Sunnehügel (Jubiläum 25 Jahre im 2018) sowohl das religiös-spirituelle als auch das soziale Angebot im deutschsprachigen Raum.

Mittagessen im Pilgerstübli Bramberg
Trotz Kafi und Brötli machten sich nun unsere Magen bemerkbar und so fuhren wir ins malerische Bramberg, wo wir im Pilgerstübli mit einem feinen Essen verwöhnt wurden.

Das Gebäude, in dem sich das Pilgerstübli befindet hat eine spannende Geschichte. Es wurde 1922 als Schul- und Sigristenhaus erbaut. Gleichzeitig gab es dort eine Gaststätte, eine Bäckerei und ein Lebensmittelladen. In den Jahren 2013/14 musste das Gebäude saniert werden. Um die vom damaligen Pfarrer so angestrebte Gastwirtschaft wieder zu integrieren, wurde das Bramboder Pilgerstübli eingebaut – Gastfreundschaft ein wichtiges Standbein eines gelebten Glaubens!

Mittagessen im Pilgerstübli Bramberg
Am Nachmittag machten wir uns auf zur letzten Station unseres Ausfluges, zum Steine schleifen in Romoos. Bei Gsto Unternährer (Napfgolderlebnis) schliffen wir, unter nicht unbeträchtlichem Körpereinsatz Kieselsteine aus dem Hiltigbach, und entdecken die wunderschönen Muster im Inneren der Steine. „Gott schläft im Stein, atmet in den Pflanzen, träumt im Tier und erwacht im Menschen.“ (Rabindranath Tagore)

Zufrieden und erfüllt kehrten wir nach Hause zurück, wo wir uns wieder gestärkt und inspiriert im Pastoralraum engagieren – ganz im Sinne des bekannten Kirchenliedes: „Ins Wasser fällt ein Stein…“