Das Frauenkloster Eschenbach gehört historisch zu unserem Pastoralraum. 1285/92 auf Inwiler Boden (in Niedereschenbach) von den Freiherren von Eschenbach als Augustinerinnengemeinschaft gegründet, ist das Kloster seit etwa 1308 in Eschenbach (Obereschenbach) angesiedelt und wurde das historische Zentrum des Dorfes und ein religiöser Kraftort unserer Region.

1588 wurde der Augustinerinnen-Konvent in ein Zisterzienserinnenkloster umgewandelt. Bis 1910/1912 hatte Eschenbach eine einzige Kirche, die zugleich Pfarr- und Klosterkirche war. Seither haben Kloster und Pfarrei ihre je eigene Kirche, deren Architektur harmonisch aufeinander abgestimmt ist. Ihre bauliche Einheit ist ein schönes Symbol für die gegenseitige Verbundenheit. Bis in die neuere Zeit hatten die Klosterschwestern das sogenannte Kollaturrecht inne, das heisst: sie konnten den Pfarrer von Eschenbach bestimmen oder bei der Wahl mitreden. In ihrem Besitz war bis vor Jahren auch das Pfarrhaus.

 

Das Kloster, das heute in seiner Existenz wegen Nachwuchsmangel zwar bedroht ist, nimmt jedoch weiterhin seine religiöse und pastorale Sendung wahr. So feiert die Klostergemeinschaft mit ihrem Spiritual Tag für Tag, um 07.30 Uhr, die heilige Eucharistie. Es ist eine offene Feier, an der täglich bis zu zwanzig Gläubige aus Eschenbach und seiner näheren und weiteren Umgebung teilnehmen. An Sonn- und Festtagen kommen noch viele andere hinzu, manche von weither. Zwischen Schwestern und Gläubigen entsteht so eine Gottesdienstgemeinschaft, die über die liturgische Feier hinausgeht. Das Kloster ist durch die täglichen Gebetszeiten und die Eucharistiefeier ein Ort des Gebetes und besonders auch der Fürbitte, der sich immer und immer wieder viele Menschen in ihren schweren Anliegen und Sorgen anempfehlen. Der Klosterspiritual nimmt sich auch Personen an, die dem Kloster nahe stehen und in besonderen Situationen seine Seelsorgedienste in Anspruch nehmen möchten, zum Beispiel für die Krankensalbung, für die Beichte, für eine Hausmesse bei betagten und kranken Menschen oder auch für eine Taufe oder Hochzeit.

 

Das Kloster Eschenbach ist in der deutschen Schweiz und darüber hinaus bekannt für sein kirchliches Kunstschaffen: Paramentik (Stolen), Kerzen (Taufkerzen ...), Kunstkarten und Bilder. Durch die Kunst der Schwestern hat es eine grosse Ausstrahlung.

 

Seit dem 10. Dezember 2018 ist das Kloster in den Händen der Stiftung „Frauenkloster Eschenbach“. Die Klosterleitung liegt bei Äbtissin M. Ruth NUSSBAUMER O.Cist.